KGZV Issigau

Vereinsgeschichte

Die Gründung des Vereins erfolgte laut Protokoll am 16. März 1911 im Gasthaus Rank in Issigau. Bei der Gründungsversammlung waren 50 Mitglieder anwesend. Nach der Gründungsversammlung hat sich die Mitgliederzahl auf 72 erhöht. Die Mitglieder haben einstimmig beschlossen, dass der Verein den Namen "Kaninchen - und Geflügelzuchtverein Issigau" erhalten soll.
Die Aufnahmegebühr betrug 1911 0,50 Mark. Der Vereinbeitrag monatlich 10 Pfennig. Die Fachzeitschrift der "Leipziger Kleintierzüchter" wurde bestellt. Am 4. Juni 1911 wurde eine Verlosung abgehalten, die den Verein finanziell etwas in die Höhe brachte. Die Verlosung wurde von Zeit zu Zeit wiederholt und brachte sehr gute Einnahmen. Den Mitgliedern wurde empfohlen Rassezucht zu betreiben. Um etwas zu lernen wurden die auswärtigen Ausstellungen besucht und wertvolles Tiermaterial gekauft.
Im Jahr 1912 trat der Verein dem Verband "Frankenwaldzuchtverein" bei. Nach einem Jahr löste sich der Verband aber wieder auf. 
Am 3. August 1913 hat der Verein auf dem Herrnberg (Schmidts-Wiese) ein Sommerfest mit Kaninchen- und Geflügelschau abgehalten. Es war ein großer Erfolg und eine Werbung für die Kleintierzucht. Familienabende führte der Verein bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 durch. Es gab Rehbraten, Hasen- und Geflügelbraten.
Von Zeit zu Zeit gabe es auch Ziegenbockessen. Bis Kriegsausbruch 1914 zählte der Verein 100 Mitglieder. Vom 1. August 1914 bis 9. März 1919 hat der Verein seine Tätigkeit wegen des 1. Weltkrieges eingestellt, weil fast alle Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Bei der Weiterführung des Vereins nach dem Krieg zählte der Verein 61 Mitglieder. Das Vereinsleben war sehr rege. Schon 1921 wurde dem Bezirk Naila beigetreten.
Im Jahr 1923 hat der Verein die Bezirksschau übernommen, die in Issigau in Sälen stattfand. Die Ausstellung war eine große Werbeschau. Die Preisrichter gaben lobende Worte für die schönen Tiere die ausgestellt wurden. Der Besuch war sehr stark. An Einnahmen 233 Billionen Mark. Es war seinerzeit die Inflation voll im Gang. In 1-2 Tagen hat man für dieses Geld fast nichts mehr bekommen.
Die alljährlichen Verlosungen wurden auch in den 20er Jahren beibehalten, die dem Verein immer schöne Einnahme brachte. In den Jahren von 1920 bis 1924 hat sich der Verein bemüht um Kraftfutter für Kaninchen und Geflügel heranzubringen. Dies gelang auch meistens. Das Kraftfutter bestand aus Kleie, Hafer und Gerste. Das Futter wurde streng nach Anweisung an die Mitglieder verteilt. Es wurde eine Gesamtfläche mit 6,5 ha Wiese gepachtet, die teilweise 1-1,5 Stunden von Issigau entfernt lagen. Die Mitglieder waren froh, dass sie Wiesen zum Heu machen bekamen. Einzelflächen an die Mitglieder haben die Bauern nicht verpachtet.
Zum 15jährigen Bestehen des Vereins wurde ein Familienabend abgehalten. Es gab Bock- und Bratwürste, Kaffee, Kuchen und Freibier. Christian Lämmerhirt hab einen Bericht über den Verein von 1911 bis 1926, der mit großem Beifall aufgenommen wurde.
Schulungsvorträge über die Kaninchen- und Geflügelzucht wurden in fast allen Mitgliederversammlungen abgehalten. Am 12.12.1926 hat der Verein für den 9. Bezirk Nail die Bezirksausstellung übernommen. Es wurden von allen Vereinen des Bezirks 281 Tiere ausgestellt. Einnahmen 523 Mark, Ausgaben 533,20 Mark, ein Fehlbetrag von 9,80 Mark.
Im Laufe der Zeit hat der Verein wieder einige Rassetiere gekauft und an die Mitglieder kostenlos abgegeben. Als Gegenleistung musste von jedem Wurf ein Jungtier an den Verein abgegeben werden, die wiederum an weitere Mitglieder mit derselben Bedingung abgegeben wurden.
Durch die gute Zusammenarbeit der Vorstandschaft mit den Mitgliedern wurde der Verein immer aktiver. Es wurde von Zeit zu Zeit in den Versammlungen Hackfleischessen, Ziegenbockessen und Kaffeeklatsch abgehalten. Die Harmonie im Verein war seinerzeit sehr gut.
Im Jahr 1929 trat der Verein dem Verband "Nordoberfränkischer Geflügelzüchter" bei, um das Geflügel auch auf Verbandsschauen ausstellen zu können. Die "Geflügelbörse Leipzig" wurde bestellt.
Aus politischen Gründen wurden die Seiten, 47,48, 59-63 und 83-100 aus dem Protokollbuch entfernt. Bei der Generalversammlung am 18. Juni 1933 durfte nur der zum Vorstand gewählt werden, der der Partei (NSDAP) angehörte. So kam es zu einigen Auseinandersetzungen, bis der Verein 1938 nur noch aus 17 Mitgliedern bestand. Bei der Generalversammlung 1938 wurde der Vereinsführer vom Ortsgruppenleiter bestimmt. Ausgestellt wurde 1938 bei der Kreisausstellung in Mainleus und bei der Reichskaninchenausstellung in Leipzig. Gezeigt wurden hauptsächlich die Wirtschaftsrassen, die vom Reich bestimmt wurden: BL, W, WW, HGr. S, Gr. Chin, Angora wo Vereinsrammler gekauft wurden. Deckgeld 30 Pfennig, es gab nur einen Deckakt, nachdecken musste extra bezahlt werden.
1939 waren es bereits wieder 23 Mitglieder. Von 1939 bis 1944 wurden regelmäßig Lokalausstellungen abgehalten. Appelliert wurde an jedes Mitglied das Schlachttiere an die Wehrmacht bzw. an die Lazarette abzugeben sind.
Am 1. Januar 1946 wurde die erste Versammlung nach dem 2. Weltkrieg abgehalten, Vorstand wurde Emil Raithel.
Am 12. Dezember 1948 wurde wieder eine Vereinsschau durchgeführt.
1951 wurde wieder eine gemischte Schau durchgeführt und eine Jugendgruppe gegründet. 
Am 09. und 10. August 1952 feierte der Verein sein 40 jähriges Bestehen, unter der Leitung des Vorstandes Ludwig Stöcker. Die Festreden hielten Landesvorsitzender Andreas Doppel aus Kronach und Franz Aumüller aus Forchheim. 600 Züchter aus Nah und Fern waren anwesend. Ein stetiges aufwärts war zu verzeichnen. 1953 waren es bereits 70 Mitglieder. In der Zucht wurden große Erfolge erzielt.
1954 konnte Georg Hüfner den Landesmeister auf Wiener Blau erringen. Die jetzige kleine Fahne wurde angeschafft, das Tuch spendierte Heinrich Wäsch und die Fahnenstange Christian Lämmerhirt, die er selbst anfertigte. Die Patenschaften für die Vereine Marlesreuth und Straßdorf wurden übernommen.
Der Vereinsabend und jedes Jahr ein Ausflug wurden zur Tradition. 1954 wurde die Bezirksausstellung übernommen. angegliedert die vereinseigene Geflügelausstellung. Ausgestellt wurden 365 Tiere aufgeteilt auf 2 Sälen. Die Kasse wurde aufgebessert durch Theaterabende die von unserem unvergessenen Regisseur Hans Lang geleitet wurden.
Der Höhepunkt der Vereinsgeschichte war wohl das 50 jährige Bestehen mit der Fahnenweihe geleitet von unserem langjährigen Vorstand und erfolgreichen Züchter Georg Hüfner. Mehr als 1000 Teilnehmer waren aus Nah und Fern gekommen, um bei strahlendem Sonnenschein das Fest zu feiern. Die Fahne wurde durch Spenden der Mitgliedschaft angeschafft. Die neue Fahne kostete 1450,- DM. 34 Vereine waren anwesend, die weiteste Reise hatte der Verein
Neustift.

Es war eine große Reklame für unseren Verein und der Kleintierzucht überhaupt. Vom finanziellen Überschuss wurden neue Käfige gekauft. 

1963 waren es bereits 115 Mitglieder. Für die Ortsausstellung brauchte man 4 Preisrichter, 1 für Geflügel und 3 für Kaninchen. 
1970 waren es 134 Mitglieder und 7 Jungzüchter.
Der größte finanzielle Erfolg war das Wiesenfest 1974. Nach dem Festzug begann es heftig zu regnen und das ganze Fest musste im Zelt abgehalten werden. Das Festbier von der Reichelbräu Kulmbach führte zu einer guten Stimmung. 46 hl Bier wurden gezapft und 5000 Paar Bratwürste verkauft.
Züchterische Erfolge zeichneten sich ab, auch in der Geflügelzucht. Durch gewinnen neuer Züchter konnten erstmals 80 Tiere ausgestellt werden und große Schauen beschickt werden. Von den Kaninchenzüchtern wurden bis zur Landesschau alle Ausstellungen beschickt.
Am 30. und 31. März 1978 wurde die Kreisschau der Kaninchenzüchter in Eisenbühl abgehalten, diese war mit 734 Tieren die bisher größte Schau des Kreisverbandes Naila. Kreismeister und Bezirksmeister wurden immer wieder errungen.
1984 wurde Walter Foitzik Landesmeister auf Hasenkaninchen mit 382 Pkt. und Landesjugendmeister Wofram Krahmer auf Russen mit 382 Pkt.
In den 80er Jahren herrschte in unserem Verein ein aktives Züchterleben. Ender der 80er wurden die Geflügelzüchter etwas stärker im Verein und konnten tierzahlmäßig mit den ausgestellten Kaninchen mithalten.
Nach der Öffnung der Grenze zur ehemaligen DDR 1989 wurden auch hier wieder Züchterkontakte aufgebaut. Einige Züchter aus Issigau sind in den Verein Lichtenbrunn eingetreten, genauso wie von dort einige in den Issigauer Verein eingetreten sind. Auch stellen die Issigauer Züchter bei der offenen Schau in Pottiga jedes Jahr ihre Tiere aus. Bei unseren Vereinssausstellungen sind immer viel Besucher aus Sachsen und Thüringen anzutreffen.
1992 wurde erstmals eine Kreisgeflügelschau in Issigau abgehalten. Die mit 1040 Tieren abgehaltene Schau war bis jetzt die größte in Issigau. Durch das positive Echo von allen Ausstellern, und der großen Besucherzahl aus Nah und Fern, entschloss man sich bereits 1996 wieder die Kreisschau der Geflügelzüchter zu übernehmen. Diese wurde am 4. und 5. Januar 1997 wieder in der Issigauer Mehrzweckhalle abgehalten und mit 1021 Tieren aus dem Kreisverband bestückt. Kreismeister wurde damals unser Züchter Heinrich Wolf mit Altenburger Trommeltauben. Im Jahr 2000, also nur 4 Jahre nach der letzten großen Schau, wurde eine eine Kreisschau der Kaninchenzüchter "Gruppe Naila" abgehalten. Hier wurden 622 Kaninchen und 40 Erzeugnisse von der Frauengruppe ausgestellt. Auch bei dieser Schau alles für Mensch und Tier getan, und dies war eine gute Werbung für die Issigauer Kleintierzüchter.
Aber auch auf überörtlichen Schauen waren unsere Kaninchen- und Geflügelzüchter sehr aktiv und erfolgreich. Zu erwähnen sind hier die Züchter Heinrich Wolf und Gerhard Proske, die auf Ihre Rasse Altenburger Trommeltauben sogar schon "Deutsche Meister" waren.
Aber auch die Kaninchenzüchter dürfen wir nicht vergessen, die durch ihren unbändigen Hang zur Sache, ob im Verein oder in überörtlichen Verbänden die Kaninchenzucht unterstützt. Er legte 1967 die Preisrichterprüfung ab, und war 20 Jahre Preisrichterobmann des Bezirkes Oberfranken, 1996 wurde er zum Deutschen Meister der Rassekaninchenzucht ernannt, hierbei handelt es sich um unseren Ehrenvorstand Manfred Stöcker.
Gerhard Wachter legte 1998 seine Preisrichterprüfung ab, er richtet Tauben, Enten und Gänse.
In den Jahren 1997 und 1998 wurden nach langer Zeit wieder Vereinsausflüge durchgeführt, die sehr gut von den Züchtern angenommen wurden.
Ab dem Jahr 1946 wurde das Gasthaus "Zur Mühle" das Vereinslokal. Der Verein hielt der Fam. Kiersch und Hofmann bis zur Schließung 2008 die Treue. Die letzte Lokalschau im Gasthaus "Zur Mühle" fand 1999 statt. Ab 2008 in Issigau in der Mehrzweckhalle statt. die Käfige wurden bis 2008 in Gasthaus "Zur Mühle" gelagert, ab 2009 lagern die Käfige in der alten Turnhalle in Issigau. 
Neben den alljährlichen Lokalschauen wurden in der Mehrzweckhalle auch viele andere überörtliche Schauen durchgeführt.
Die Jugendgruppe des Vereins feierte 2002 ihr 50 jähriges Jubiläum. Landes- und Bundesschauen wurden von Kaninchen- und Geflügelzüchtern erfolgreich gestaltet. Bayerische Landesmeister wurden Georg Hüfner auf blaue Wiener, und Walter Foitzek auf Hasen, Bay. Jugendlandesmeister wurden Wolfram Kramer auf Russen. Manfred Stöcker wurde auf Deutsche Riesen weiß Landesmeister in Thüringen. Siegertiere auf Bayernschauen stellte Manfred Stöcker auf Schwarze Rex und Weiße Wiener. 
Bei den Geflügelzüchtern wurde Gerhard Proske und Heinrich Wolf Bayerischer und Deutscher Meister auf Altenburger Trommeltauben, sowie Gerhard Wachter Deutscher Meister auf Süddeutsche Blassen.
Bayerischer Meister wurde auch Dieter Wachter auf Altenburger Trommeltauben. Willy Hüttner und Gerhard Wachter stellten 2007 auf der Europaschau ihre Tiere aus.
Unser Vereinsmitglied Gerhard Proske erhielt 2009 die Ernennung zum Meister der Bayerischen Geflügel- und Taubenzüchter.



 


Ab 2010 wurde für unser 100-jähriges Vereinsjubiläum geplant. Dies wurde am 21.05.2011 in einer gefüllten Mehrzweckhalle in Issigau gefeirt. Viele Festredner von den verschiedenen Verbänden und von den überörtlichen Vereinen gratulierten und brachten Geschenke mit. Lorenz Hüttner wurde als 100. Vereinsmitglied in die Jugendgruppe aufgenommen.
Auch die Vereinsschau am ersten Novemberwochenende war die größte in der Vereinsgeschichte. 
2012 wurde zur Lokalschau die Kreisschau der Kaninchenzüchter mit angeschlossen. Leider wurde die alte Turnhalle in der unsere Käfige lagerten abgerissen. Ab Herbst 2012 mussten diese in einem Container der Gemeinde Issigau gelagert werden. Gott sei Dank nur eine Notlösung.
Bereits im Jahr 2013 wurde nach einer besseren Lösung für unsere Käfige gesucht. Man einigte sich mit der Gemeinde auf das Überlassen eines Grundstücks oberhalb der Mehrzweckhalle, wo ein eigenes Käfiglager gebaut werden sollte.
Als Einmalzahlung an die Gemeinde einigte man sich auf 1000,00 Euro für das Grundstück. Dafür darf unsere Käfighalle auf dem Grundstück stehen, so lange es den Verein gibt. 
2014 war es dann endlich soweit. Architekt Degel aus Selbitz machte für uns einen Plan und nach der Genehmigung durch das Hofer Landratsamt konnte in der 1. Maiwoche 2014 mit dem Bau genonnen werden. 
Durch viele tatkräftige Hände war bereits 3 Monate nach Baubeginn die Halle fertig. 
Nachdem die Tore die Tore eingebaut und die Mauern verputzt waren, konnte in der ersten Oktoberwoche die Käfige eingeschlichtet werden. Auch blieb noch Platz für ein kleines Vereinszimmer. 
Im Mai 2015 wurde dann unsere Vereinshalle feierlich eingeweiht und eine schöne Feier im freien bei schönem Wetter abgehalten.
Zur Lokalschau 2014 waren gleich 2 Sonderschauen mit angeschlossen. Die Züchter der Elsterpurzler Gruppe Bayern und die Süddeutschen Farbentauben Gruppe Bayern trafen sich in Issigau. Die war ein toller Erfolg und Werbung für unsere Sache und dem Issigauer Verein.
Für 2016 ist wieder die Durchführung der Kreiskaninchenschau in der Mehrzweckhalle geplant.

Fortsetzung folgt, denn das Vereinsleben geht weiter.......