KGZV Issigau

Fit durch die kalte Jahreszeit



Jedem Züchter und Halter liegt das Wohlergehen und die Gesundheit seiner Tiere am Herzen. Aber gerade zu Beginn des nasskalten Wetters mit der Ausstellungssaison haben unsere Tiere manchmal Probleme fit zu bleiben.

Hier kann man durch Vorbeugung das Immunsystem aktiv unterstützen.

Doch was ist zu beachten?

Zunächst möchte ich auf die Haltungsbedingungen eingehen.

Der Stall sollte trocken, hell und sauber sein. Für genügend Frischluftzufuhr ohne Zugluft ist zu sorgen.

Die Tränken sollten täglich gereinigt werden und den Tieren ist täglich frisches Wasser zu reichen. Die Sauberkeit gilt ebenso für die Futterschüsseln und Tröge.

Niemals sollte den Tieren schimmliges Futter gegeben werden.

Um das Stallklima in der Übergangszeit zu verbessern verwenden wir als Raumspray Respiroaktiv das auf Basis von ätherischen Ölen hergestellt wird.

Zur freien Verfügung kann man den Tieren Schalen mit Steinchen, Muschelschrot und Futterkohle reichen. Futterkohle wirkt sich positiv auf die Darmflora aus.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass den Tieren genügend Platz zur Verfügung steht. Ein Überbesatz verursacht Stress und somit sind die Hühner anfälliger für Krankheiten.

Auch kann man darüber nachdenken, ob man seinen Hühnern etwas mehr Abwechslung bieten möchte. Dies geht ganz leicht indem man z.B. Äpfel auf Holzbretter mit Schrauben gesteckt im Stall aufstellt, oder einen Bund Grünkohl aufhängt.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Parasiten in Form von Würmer, Milben, Federlinge & Co.

Regelmäßige Kotkontrollen sollten bei der Nutzung von Kotbrettern kein Problem sein. Ggf. ist eine Untersuchung vom Tierarzt anzuraten.

Die Sitzstangen und Ecken im Stall sind auf Milbenbefall zu überprüfen. Ganz einfach geht es auch mit doppelseitigem Klebeband, das z.B. unter den Sitzstangen angebracht werden kann. Hier sieht man sofort, ob sich Milben in der Nacht an den Tieren zu schaffen machen wollen. Zur Vorbeugung verwenden wir Kieselgur im Stall. Aufgrund der starken Staubentwicklung ist aber darauf zu achten, dass man es nicht zu gut meint.

Die Hühner selbst sollten auch in regelmäßigen Abständen auf einen Befall untersucht werden. Vorbeugend verwenden wir Reudanon, dass bedenkenlos am Tier angewendet werden kann und 4 bis 6 Wochen einen Schutz bietet.

Wenn es im Herbst draußen nass wird, haben die Hühner meistens keine Möglichkeit mehr ihrer Gefiederpflege dem Staubbad nachzugehen. Für diesen Fall haben wir im Stall Mörtelkübel mit einem Gemisch aus Sand, Erde und Kieselgur aufgestellt. Unsere Hühner nehmen das sehr gerne an. Aber auch ein alter Reifen kann z.B. umgelegt innen gefüllt werden. Wir haben aktuell bei einer Studie von Rhönfried in Bezug auf Milbenbefall mitgemacht. Die Firma Rhönfried hat ein Mittel auf rein natürlicher Basis entwickelt, welches über das Trinkwasser verabreicht wird und somit das Blut für die Milben unappetitlich macht. Von diesem Produkt waren wir sehr begeistert und können es nur weiter empfehlen wenn es auf den Markt kommt.

Wer auf natürliche Weise entwurmen will kann dies einfach mit Kokosöl tun. Hier muss man das Fett nur schmelzen und mit Körner mischen. Dies gibt man dann seien Tieren und hat einen durchschlagenden Erfolg.

Aber was kann ich noch tun, um das Immunsystem meiner Tiere zu puschen?

Hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten auf rein natürlicher Basis.

Zunächst möchte ich auf Trinkwasserzusätze eingehen.

Mentofin ist ein rein natürliches, wasserlösliches Ergänzungsfuttermittel auf Basis von ätherischen Ölen. Diese ätherischen Öle können den Appetit anregen und eine regulierende und stabilisierende Wirkung auf die Darmflora haben.

Gerne kochen wir im Herbst / Winter auch mal einen Kräutertee mit Zwiebel und Knoblauch für unsere Hühner. Hier kann man auf Salbei, Fenchel, Thymian oder Rosmarien zugreifen. Der Tee wird mit Wasser verdünnt gegeben.

Als günstige Alternative haben sich auch handelsübliche Brausetabletten wie z.B. Multivitamin bewährt, oder die Zugabe von Essig im Trinkwasser.

Aber auch bei der Fütterung kann man einiges für das Immunsystem tun.

Durch die Zugabe von Kräutern entweder aus dem eigenen Garten oder bereits getrocknet gekauft kann man seine Tiere aktiv unterstützen.

Als Beispiel möchte ich folgende Kräuter kurz vorstellen:

Thymian hat unter anderem eine nachgewiesene antibakterielle, antivirale, pilz- und entzündungshemmende Wirkung. Als Hausmittel wirkt er z.B. bei Atemwegserkrankungen, Würmer und ist gut für die Verdauung.

Die Brennnessel wirkt aufgrund der Inhaltsstoffe entzündungshemmend, immunsystemstimulierend schmerzlindernd.

Was viele nicht wissen ist, dass gerade junge Blätter dieses Unkrauts sehr viel Vitamin K, Vitamin C, B-Vitamine und Karotin enthalten.

Ein weiteres Augenmerk kann auf die Fütterung von verschiedenem Gemüse gelegt werden.

Mangold z. B. enthält Vitamin K, Provitamin A, verschiedene B-Vitamine, sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen.

Gemüse wie Möhren, Rote Beete (das Blatt ist wertvoller als die Knolle), Grünkohl, Wirsing runden den Speiseplan unseres Hausgeflügels nicht nur ab, sondern sind auch wertvolle Lieferanten an Vitaminen, Mineralstoffen und stärken das Immunsystem.

Unterschätzen sollte man auch die Zwiebel nicht. Ihre Inhaltsstoffe wirken verdauungsfördernd, antibakteriell und viruzid. Einsatz findet die Zwiebel bei Verdauungsbeschwerden, Würmer, Trichomonaden und Atemwegserkrankungen.

Gute Erfahrung haben wir persönlich auch mit Schwarzkümmelpresskuchen, angereichert mit 16 Kräutern gemacht.

Während der Mauser bekommen unsere Tiere regelmäßig handelsübliche Hornspäne in Bioqualität unter das Weichfutter. Diese bewirkt, dass die Tiere die Mauser einfacher und schneller überstehen.

Grundsätzlich ist auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung zu achten.

Vorbeugen ist besser als heilen und das Immunsystem sollte euer stärkster verbündeter sein.


Jeannine Hölzel 28.09.17