KGZV Issigau

Zuchtsaison beginnt für Tauben



Die Zuchtsaison beginnt! 

Jetzt, wo die Tage wieder länger und heller werden, ist es an der Zeit die ersten Zuchtvorbereitungen zu treffen. Die Zuchttiere sollten schon längst ausgesucht und die Zuchtpaare bestimmt sein. Überzählige Tauben waren diesen Winter durch die Absage von Ausstellungen und aller Geflügelmärkte wegen der Vogelgrippe nur schwer an den Züchter abzugeben und landeten deshalb oft in der Gefriertruhe, oder in der Pfanne.

Was einerseits für die Küche gut war, war aber züchterisch ein Verlust, weil doch gute Zuchttiere ihre Gene nicht vererben konnten. Aber zurück zur Zuchtvorbereitung.

Bei der Fütterung der Zuchttiere gibt es schon im Vorfeld einiges zu beachten. Zuchttiere müssen Fit sein und dürfen keinesfalls Fett gefüttert werden. Fette Täubinnen legen schwer oder gar nicht. Ebenfalls besteht die Gefahr des Eier zerdrückens. Zu schwere Täuber sind träge beim Nestbau, lassen sich schwer verpaaren und die Bruteier sind meistens unbefruchtet. Ich füttere ganzjährig morgens und abends zwei kleine Futtergaben. Die Tauben sollen hungrig sein und auf das Futter warten. Dann ist das Futter in 15 Minuten aufgefressen und es bleibt nichts liegen, was verunreinigt werden kann. Nur Fitte und gesunde Tauben füttern ihre Jungen sicher auf und sind gute Zuchttiere.

Die Taubenschläge und die Brutzellen werden jetzt komplett gereinigt und sauber gemacht. Zur Desinfektion der Brutzellen hat sich bei mir der Einsatz von gemahlenem Branntkalk schon seit vielen Jahren bewährt. Nachdem ich den Boden der Zellen sauber gemacht habe, streue ich einen feinen Belag von Branntkalk auf. Dies hält auch den Boden trocken und ist ein günstige Sache. Branntkalk erhält man in verschiedenen Abpackungen im Landhandel. Beim Reinigen der Brutzellen nach jeder Brut wiederhole ich diesen Vorgang. Auch den Schlagboden und die Sitzbretter streue ich damit ein. Nachdem alles sauber gemacht und eingestreut ist, stelle ich einen Korb mit trockenem und pilzfreiem Stroh in eine Eck im Taubenschlag. Davon können sich die Tauben dann ihr Brutnest selbst zusammen tragen. Bei Freiflug wäre das nicht notwendig, dann könnten sich die Tauben ihr Nistmaterial selbst suchen, was in diesem Fall aus kleinen Ästen, Moos etc. bestehen würde. Da ich meine Tauben wegen des starken Habichtbestandes erst ab Mai den Freiflug gönnen kann, muss ich ihnen das notwendige Nistmaterial in den Schlag legen.
In den Sommermonaten ist der Verlust durch den Habicht nicht so stark, weil er ein größeres Angebot in der Natur durch Wildtauben und Vögel hat, als in den Wintermonaten.
Nachdem die Zuchtpaare zusammen verpaart sind und jedes Paar sich auf eine Nestzelle geeinigt hat, beginnt der Täuber mit dem „zu Nest tragen“. Er baut seiner Täubin ein Brutnest, wo diese ihre Eier einlegen und bebrüten soll. Zwischendrin erfolgt noch der Befruchtungsakt, denn wie die Natur es will – nur aus befruchteten Eiern schlüpfen nach 18 Tagen Brut auch gesunde Küken. Auch das Brüten der Eier wird unter den Taubenpaaren aufgeteilt. Vormittags, bis zum späten Nachmittag brütet der Täuber und Abends bis Morgens brütet die Täubin.
Wenn dann die 18 Tage Brutzeit vorbei sind, schlüpfen in der Regel 2 Küken innerhalb eines Tages. Sollte das 2. Küken später schlüpfen, ist das Geschwister schon etwas gewachsen und hätte einen Größenvorteil gegenüber dem späteren. Das dies nicht passiert, liegt die Täubin erst das erste Ei und brütet es noch nicht. Erst wenn sie zwei Tage später das zweite Ei gelegt hat, beginnt die Brutzeit. Die ersten 8 Tage werden die Taubenküken mit Kropfmilch, die sich im Kropf der Elterntiere bildet versorgt. Danach bildet sich langsam die Kropfmilch zurück und das Küken wird mit gängigem Taubenfutter weiter gefüttert.

Ich hoffe, dass mein kleine Zusammenfassung über den Zuchtstart etwas interessant und lehrreich ist und wünsche allen Züchtern viel Freude mit seinen Tieren und eine reibungslose Jungtieraufzucht.

Gerhard Wachter